Die Gassen als Lebensraum

Die Nebengassen sind Wohngassen. Hier spielt sich das Quartierleben ab. Mit einer Reduktion der Abstellplätze und mit der Aufwertung der Dunglegen liesse sich die Wohnqualität deutlich steigern.

Da die Dunglegen im Schatten der Häuser liegen und Altstadthäuser oft keinen Balkon haben, besteht auch ein Bedürfnis, sich auf der Sonnenseite aufhalten und Pflanzen ziehen zu können. Allerdings muss dabei die Durchfahrt für die Abfallbeseitigung und für Notfallfahrzeuge gewährleistet bleiben. Auch muss ein Minimum an Pflege und Ordnung garantiert sein.

All das kann durch eine Vereinbarung zwischen der Gemeinde und den Grundeigentümern geregelt werden.

Das Schichtenmodell

Die Nebengassen sind in Schichten gegliedert, bestehend aus einer Abfolge von Baubereich – Vorbereich – Strasse – Dunglege – Traufgang – Baubereich. Diese historisch entstandenen Schichten werden mit Materialwechseln wieder sicht- und erlebbar gemacht.

Die Eigentumsverhältnisse

Die Bauten im Baubereich sind Privatbesitz. Der Vorbereich, die Strasse und der Traufgang sind im öffentlichen Eigentum der Gemeinde.

Die Dunglegen hingegen sind Gesamteigentum, im Grundbuch als solche eingetragen und je einer Baute zur Nutzung zugewiesen. Alle Dunglegen einer Gasse bilden eine sogenannte Allmendgenossenschaft. Jede Veränderung, beispielsweise die Umwandlung in einen Parkplatz, braucht einen Mehrheitsbeschluss aller Mitglieder der Genossenschaft.

Verein Forum Städtli Neunkirch 2017    Gestaltung und Text: H. Michel Neunkirch     Bilder: Archiv Koch bei R. Wessendorf, Schaffhausen, Kantonale Denkmalpflege, Schaffhausen, Forum Städtli Neunkirch     Quellen: W. Wildberger, Geschichte der Stadt Neunkirch 1917, Historisches Lexikon der Schweiz