Verkehr und parkieren

Die vielen Fahrzeuge sind für das Städtli zur Belastung geworden. Sie haben ihm einen Teil seines Charmes genommen. Die Umfragen und Workshops zeigten deutlich, dass ein Umdenken stattgefunden hat. Die Mehrheit wünscht mehr Wohnqualität. Dabei geht es nicht darum, die Autos aus dem Städtli zu verbannen. Es hatte immer Fuhrwerke und Fahrzeuge im Städtli. Aber der Verkehr im Städtli und die Anzahl parkierter Fahrzeuge ist auf ein Mass zu reduzieren, das die Stimmung des Städtlis nicht zerstört und die Wohnqualität verbessert. Mit diesen Massnahmen kann der Verkehr im Städtli reduziert werden.

Gegenläufiger Einbahnverkehr in der Vordergasse

In der Vordergasse entsteht ein gegenläufiger Einbahnverkehr. Von aussen nach innen, ab den ersten Quergassen, und beim Restaurant Gemeindehaus nach Süden zur Grabenstrasse auswärts. Das bringt:

  • die Möglichkeit, den Gassenraum neu zu gestalten
  • weniger Autokilometer in der Vordergasse
  • weniger Gelegenheiten für hohe Geschwindigkeiten. 

Neue Raumaufteilung in der Vordergasse

Die Vordergasse ist 12 m breit. Die Strasse wird in zwei Trottoirs von je 4.00 m Breite und eine Fahrbahn von 4.00 m Breite aufgeteilt. Die Fahrbahn besteht aus 3.50 m Belag und beidseitig einer 0.25 m breiten Wasserrinne.

Die Parkierung wird in Zweierpaketen im Fussgängerbereich angeordnet und nach Bedarf ausgedünnt. Das bringt:

  • Fussgänger und Autos verkehren gleichberechtigt und auf gleichem Niveau, die Fussgänger werden nicht mehr auf das enge Trottoir gedrängt
  • Geschäfte und Gastbetriebe erhalten Raum für Auslagen und Bestuhlung
  • die Bewohner können ihren Wohnbereich ein Stück weit auf die Gasse ausweiten
  • die Wohn- und Lebensqualität steigt, damit
  • wird die Werterhaltung oder -vermehrung der Gebäude begünstigt.

Jeder Punkt entspricht einem Abstellplatz oder einer Garage

Querschnitt durch die Vordergasse

Verkehrsregelung in der Vordergasse

Die neue Raumaufteilung in der Vordergasse: drei Bereich zu je 4 m

Abstellflächen am Städtlirand

Die Anzahl Parkplätze im Städtli kann nur reduziert werden, wenn für Bewohner und Besucher genügend Plätze in unmittelbarer Nähe geschaffen werden.

Ein Teil der Abstellplätze wird überdacht; ein Teil davon wird mit einer gemeinschaftlichen Fotovoltaikanlage kombiniert. An der Anlage können sich alle Bewohner beteiligen.

In unmittelbarer Umgebung zum Städtli können die folgenden Flächen in Abstellplätze umgewandelt werden:

Bei Grossanlässen (Messen, Märkte, Fussballspiele) und bei Sommerhitze werden die Fahrzeuge unter den Bäumen der Allen abgestellt. Dadurch werden das Wurzelwerk und die Grünfläche beeinträchtigt. Mit geeigneten Massnahmen soll dies künftig verhindert werden.

Ersatzabgabe

Art. 17 der Bauordnung der Gemeinde verlangt, bei Neu- und Umbauten seien für die Gebäudebenützer auf privatem Grund Abstellplätze für Motorfahrzeuge bereitzustellen. Da im Städtli diese Pflicht nicht erfüllt werden kann, wird eine Ersatzabgabe eingeführt, die die Gemeinde für den Bau der Abstellplätze verwendet. Grundeigentümer, die nachweislich kein Fahrzeug verwenden, können für den selbstgenutzten Wohn- oder Geschäftsraum die Aufschiebung der Ersatzabgabe verlangen.

Das Nähere regelt der Gemeinderat in Art. 17 der Bauordnung; er kann sich dabei an den Formulierungen orientieren, die in vielen vergleichbaren Gemeinden bereits bestehen.

Die Fussgänger Querverbindung

Mehrere wichtige öffentliche Anlagen liegen an der Fussgänger-Querverbindung. Sie ist für das öffentliche Leben wichtig und auch ein Schulweg. Sie wird räumlich aufgewertet.

Durch den gegenläufigen Einbahnverkehr in der Vordergasse wird die Gefahrenstelle beim Schnittpunkt Vordergasse / Durchgang Gemeindehaus entschärft. Die Blumentröge werden deshalb entfernt. Die Fussgängerachse wird damit geöffnet.

Die Wegfahrt aus der Vordergasse führt dem Spielplatz entlang. Zwischen Fahrbahn und Spielplatz wird ein Fussweg gebaut. Das schafft eine sichere Distanz zwischen Kindern und Autos. Die Fahrbahnbreite wird auf 4.50 m verringert.

Querschnitt beim alten Turnplatz

Verein Forum Städtli Neunkirch 2017    Gestaltung und Text: H. Michel Neunkirch     Bilder: Archiv Koch bei R. Wessendorf, Schaffhausen, Kantonale Denkmalpflege, Schaffhausen, Forum Städtli Neunkirch     Quellen: W. Wildberger, Geschichte der Stadt Neunkirch 1917, Historisches Lexikon der Schweiz